Führungsalltag: Rumprobieren am lebenden Objekt

Lediglich jede dritte Führungskraft befasst sich aktiv mit dem Thema Führung!

Das ist das Ergebnis der „großen Führungsstudie“ des Verbands „Die Führungskräfte“. Im Interview mit der Wirtschaftswoche gab Ulrich Goldschmidt, Vorsitzender des Verbands an, dass lediglich 41 Prozent der Führungskräfte bei ihren eigenen Führungskräften etwas wie handwerklich solide Führung erleben würden. Auch Mitarbeiter, die ihre erste eigene Führungsaufgabe beginnen, fühlen sich schlecht bzw. gar nicht vorbereitet. Nur rund 40 Prozent der Befragten gaben an, mit individuellen Qualifizierungsplänen die neue Aufgabe angehen zu können. Die restlichen neuen Führungskräfte probieren sich demnach am lebenden Objekt aus: Learning by doing…?! Für uns alarmierend.

Der Klassiker unter den Führungsfehlern sei der, dass die Führungskraft sich als Art Obersachbearbeiter sehe: Eine Führungskraft, die sämtliche Vorgänge der Mitarbeiter sehen und kontrollieren möchte. Dieser Kontrollwahn verhindert Entfaltung und Kreativität der Crew und schürt Misstrauen.

Eine gute Führungskraft sollte Entfaltungen und Kreativität fördern und die Arbeitsbedingungen dahingehend optimieren. Mitarbeiter verdienen individuelle, situative Führung, anstatt unmotivierendes Machtgehabe.

Leider erleben wir jedoch die Führungsstrategie a la „Befehl & Gehorsam“ viel zu häufig. Jüngstes Zitat: „Wer meiner Mitarbeiter nicht zu 100% hinter meinen Vorstellungen steht, möge das Unternehmen bitte augenblicklich verlassen.“ Wen wundert es, dass die Leistungsträger dort längst innerlich gekündigt haben.

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